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Oberflächenvergoldung vs. Hinterglasvergoldung - Vergoldungstechniken im Vergleich

Die Blattvergoldung verleiht Beschriftungen, Kunstwerken, Skulpturen und vielem mehr seit hunderten von Jahren eine zeitlose Eleganz und einen besonderen Reiz. Wer sich intensiver mit dieser Technik beschäftigt, stösst rasch auf zwei verschiedene Arten der Vergoldung: Die Oberflächenvergoldung und die Hinterglasvergoldung. Obwohl bei beiden Methoden mit Blattgold gearbeitet wird, unterscheiden sie sich deutlich in dessen Anwendung, Optik und Haltbarkeit.

In diesem Artikel möchte ich Ihnen die Unterschiede, Anwendungsbereiche, Vorteile und Besonderheiten der beiden Vergoldungstechniken etwas näher bringen.

Oberflächenvergoldung

Beispiel einer Oberflächenvergoldung mit Blattgold, Schattierungen und dreidimensionalem Effekt
Beispeil einer Oberflächenvergoldung mit Blattgold - Hausnummer auf Fassade
Beispiel einer Oberflächenvergoldung mit Blattgold auf Schmiedeiserne Grabschmuckelemente
Beispiel einer Oberflächenvergoldung mit Blattgold - ein vergoldeter Schriftzug auf ein altes Wirtshausschild

Die Oberflächenvergoldung ist die klassischere Variante, bei der das Blattgold direkt auf die sichtbare Oberfläche eines Objekts wie zum Beispiel Holz, Metall, Gips, oder Stein aufgetragen wird.

Diese Methode ist vielseitig und weit verbreitet, etwa bei der Schriftenmalerei, der Restaurierung von Kirchenkunst oder in der Bilderrahmenherstellung.


Wichtigste Arbeitsschritte

• Vorbereitung des Untergrundes mit Grundierung, Sperrschicht oder Poliment

• Auftragen eines Klebemittels wie zum Beispiel Ölmixition oder Anlegemilch

• Anlegen des Blattgoldes auf die vorbereitete Oberfläche

• Je nach Technik und gewünschtem Aussehen wird das Gold anschliessend poliert oder matt belassen

• Auftragen einer Schutzlackierung bei stark beanspruchten Flächen (z.B. Fahrzeugbeschriftung)


Vorteile

Durch den Lichteinfall bekommen unlackierte Blattvergoldungen eine unvergleichbare, wunderschöne Brillanz.

Die Vergoldung wirkt sehr lebendig, da sich die Reflektion mit dem Licht und der Bewegung der Betrachtenden Person stets verändert.


Nachteile

Nicht alle Blattgoldfarbtöne können im Aussenbereich unlackiert eingesetzt werden. Wird eine Vergoldung mit einem Schutzlack überzogen, verliert sie an Brillanz.

Hinterglasvergoldung

Beispeil einer Hinterglasvergoldung mit Blattgold - ein Daguerreotypie Fotodeckglas
Beispiel einer Hinterglasvergoldung mit Blattgold für eine Schaufensterbeschriftung
Beispiel einer Hinterglasvergoldung mit Blattgold für ein Coiffeur Glasschild
Beispiel einer Hinterglasvergoldung mit Blattgold für ein Glasschild

Die Hinterglasvergoldung - auch als Verre Églomisé bekannt, ist eine sehr aufwändige Vergoldungstechnik, bei der das Blattgold auf die Rückseite einer Glasscheibe geklebt wird. Als Betrachtende Person sehen Sie das Gold später durch das Glas hindurch, was dem bereits bestehenden Glanz des Goldes noch mehr Tiefe und Brillanz verleiht.

Die spiegelglänzende Hinterglasvergoldung erlangte um 1900 an grosser Bedeutung als sie für Beschriftungen und Umrandungen von Schaufenstern, sowie für Hinterglas-Firmenschilder angewendet wurde.


Wichtigste Arbeitsschritte

• Die Rückseite der Glasfläche wird sehr gründlich gereinigt und entfettet

• Als Klebemittel für eine spiegelglänzende Vergoldung wird eine Gelatine-Netze, für eine matte Vergoldung Ölmixtion auf das Glas aufgebracht

• Anlegen der ersten Blattgold Schicht

• Anlegen der zweiten Blattgold Schicht

• Hintermalen der Goldschicht als Schutz vor äusseren Einflüssen


Vorteile

Durch das Glas und die Hintermalung ist das Gold beidseitig vor Oxidation und Kratzern geschützt und nicht der direkten Witterung ausgesetzt.

Da das Licht durch das Glas reflektiert wird, wirkt das Gold noch brillanter und glänzender.


Nachteile

Die Haftung des Goldes auf dem Glas kann durch Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen beeinträchtigt werden. Dies kann zum Abblättern der Vergoldung führen.

Nicht jede Glasfläche ist für die Hinterglasvergoldung geeignet. Je nach Qualität oder Beschaffenheit des Glases ist darauf keine optimale Haftung des Blattgoldes möglich.

Unterschied Oberflächenvergoldung und Hinterglasvergoldung

Oberflächenvergoldung

Untergrund: Holz, Metall, Gips, Stein etc.

Anwendung: Gold liegt sichtbar auf Oberfläche

Schutz: Umwelteinflüssen ausgesetzt

Glanzwirkung: Je nach Technik poliert oder matt

Haltbarkeit: Abhänging von Umgebung und Versiegelung

Einsatzbereiche: Beschriftungen auf Wände, Holz, Stein und Metall Untergründe, Gips, Rahmen, Möbel, Skulpturen...

Hinterglasvergoldung

Untergrund: Rückseite von Glas

Anwendung: Gold wird rückseitig geklebt

Schutz: Durch Glas geschützt

Glanzwirkung: Matt bis spiegelglänzend

Haltbarkeit: Sehr hoch (in unbeschädigtem Zustand keine Oxidation möglich)

Einsatzbereiche: Schaufenstervergoldungen, Hinterglasschilder, Hinterglasmalereien

➵ Mein Fazit zu den Unterschieden von Oberflächenvergoldungen zu Hinterglasvergoldungen

Bei beiden Vergoldungstechniken wird mit Blattgold gearbeitet, aber der Umgang damit sowie das Endergebnis unterscheiden sich deutlich.

Beide Vergoldungstechniken verlangen handwerkliches Können und ihr Ergebnis vermittelt stets einen Hauch von Luxus.

Die Oberflächenvergoldung erlaubt mehr gestalterische Freiheit auf verschiedenen Materialien, während die Hinterglasvergoldung mit ausserordentlichem Glanz und durch den Witterungschutz mit einer längeren Haltbarkeit punkten kann.


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